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Franziska Müller

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zu den Arbeiten „Informationsunschärfe“

Mueller Franziska: Passbild
In jeder Sekunde ereignen sich weltweit eine Vielzahl komplexer Ereignisse. Die Berichterstattung der Zeitungen gibt den Lesern täglich in komprimierter Form Auskunft über die aktuellen weltweit wichtigsten Themen und Ereignisse. Zeitungen sind Informationsträger. Die Übertragung der Informationen gelingt innerhalb der Zeitungen mittels Schriften und Bildern. Wer eine Zeitung aufschlägt und liest, erhofft sich durch dieses Tun Informationen, Klarheit und Aufklärung. Bei der vorliegenden fotografischen Arbeit wird diese Intention jedoch nicht befriedigt. Die ursprüngliche Funktion der Zeitung wird außer Kraft gesetzt. Zwar hat der/die BeobachterIn aufgrund der vergrößerten Schriftzüge und angeschnittenen Bildern den Eindruck, als würde er/sie mit einem Fernglas in eine Zeitung blicken. Dennoch gelingt es nicht Klarheit darüber zu erlangen, wie die Bilder und Schriften zueinander in Beziehung stehen. Bei der Betrachtung der Fotos erkennen die BeobachterInnen angeschnittene Bildelemente, die sie zwar benennen können, die aber gleichzeitig auf Grund ihrer nicht kompletten Darstellung im Unklaren bleiben. Hinter den Augen, Haaren, Mündern Körpern und Fahrzeugen könnte sich jeder verstecken – die Identitäten bleiben ungeklärt. Ebenso gestaltet es sich mit den Schriftzügen. Manche können entziffert werden, andere sind nur schemenhaft abgebildet oder angeschnitten und daher nicht lesbar. Wer? Was? Wann? Wie? Wo? Und Warum? Diese Fragen bleiben in der vorliegenden fotografischen Arbeit unbeantwortet. Es gibt für sie keine festgeschriebene Lösung. Die Betrachter werden in einen Zustand der Verwirrung versetzt und dennoch überleben sie ihn. Sie überleben ihn vielleicht verärgert, unbefriedigt, belustigt, vielleicht aber auch motiviert dazu öfter die gewohnten Sichtweisen zu verändern und andere Perspektiven einzunehmen und Verwirrungen zu (v)agen. Denn Unschärfe und Unklarheit muss kein Mangel sein, sondern sie kann eine Möglichkeit sein, den Blick zu weiten und der Fantasie freien Lauf zu lassen.