Künstlerinterview mit Günther Seywirth

Mehr über Günther Seywirth

Der Mensch und das Mystische sind Themen meiner Bilder. Ich versuche den Betrachter dazu zu verführen, innezuhalten und loszulassen. Vielleicht gelingt es mir, ihn in für einen Augenblick in einen meditativen Zustand zu versetzen.

WELCHE INTENSIONEN TREIBEN SIE?

Freunde haben mir oft gesagt: Du bist ein mystischer Maler.

Eigentlich war es nie meine Absicht mystisch zu malen. Es ging mir um Stille und Erwartung und die Offenbarung des Göttlichen.

Das Gold in meinen Bildern ist keine Dekoration. Es ist inspiriert von den Goldgründen der mittelalterlichen Tafelmalerei und somit die Chiffre für das Spirituelle und Göttliche.

Jeder Mensch weiß, wo er herkommt und wo er hingeht, ohne dass es ihm immer bewusst ist. In meinen Bildern versuche ich den Moment darzustellen, wenn unser materielles Dasein umgewandelt wird und der Funke des Lebens nach Hause geht.

 

WAS FÜHRTE SIE ZUR KUNST?

Ob Musik, darstellende oder bildende Kunst - alle sind auf der Suche nach dem Göttlichen. (Vielleicht drückt es nicht jeder so aus.)

Ich wurde 1940 in Graz geboren und habe als Kind den Krieg mit allen seinen Schrecken erlebt.

An der Hochschule für angewandte Kunst in Graz studierte ich Malerei und Bühnenbild und besuchte anschließend die Meisterklasse für Malerei bei Professor Rudolf Szyszkowitz. Dieser übernahm nach Oskar Kokoschkas‘ Tod dessen Sommerakademie in Salzburg. In Graz habe ich auch meine ersten Bühnenbilder gemacht und mit der Schauspielerei begonnen.

Ich bin Maler, Bühnenbildner, Schauspieler - die Reihenfolge ist beliebig.