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Aufbruch II (aus dem Zyklus “Leben”)

Material und Arbeitstechnik: Nussbaum
Abmessungen: 30 x 45 x 99 cm
Preis auf Anfrage

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Gedanken über meine Arbeiten

 Dem Beginn der Arbeit an jeder neuen Plastik geht bei mir immer eine lange Phase der Zwiesprache mit dem Holzstamm oder dem alten Fachwerkbalken voraus.

Erst das geduldige Erkunden der spezifischen Eigenschaften und Strukturen des Materials und seines Alters, das Nachsinnen über seinen Fundort wecken meine Phantasie, inspirieren mich.

 Bei Ulmenholz lasse ich mich ganz auf das Spiel mit der Holzmaserung ein, nutze sie, um die Plastizität der allmählich sich herausbildenden Gestalt noch zu steigern. Die fertige Skulptur wird geschliffen und poliert, um die Schönheit des Holzes ins rechte Licht zu setzen. Auf diese Weise entstehen schließlich ästhetische und elegante Handschmeichler.

Mein bevorzugtes Material sind jedoch schon seit Jahren die alten Eichen-Fachwerkbalken. Sie haben für mich eine individuelle Geschichte, sind  konkrete Spuren gelebten Lebens.

 Suche ich in den Ulmenholzarbeiten nach der Harmonie des Organischen, so sind es bei der Arbeit an den Fachwerkbalken gerade die Dissonanzen und Gegensätze (hart/kantig - weich/geschliffen,  morsch – stabil,  honigfarben - schwarzbraun), die mich beschäftigen und die ich zu gestalten versuche. Die Eigenschaften des Fachwerkbalkens, ergänzt um rostige Nägel und kombiniert mit alten Forken oder Hausbeschlägen, alten alltäglichen Gebrauchsgegenständen eben, die ich auf Flohmärkten finde, nutze ich für meine Bildsprache.

 Die Reflexion über das eigene Tun, die eigene Geschichte führt folgerichtig zu einer allgemeinen Auseinandersetzung mit Historischem. Die Fachwerkarbeiten sind als Zeitbrücken zu verstehen, sind Sinnbilder für das Eingebundensein des Menschen in sein Umfeld, seine Zeit, sein Schicksal. Deshalb sind sie keine Handschmeichler, sondern meist disharmonisch, voller Widersprüche und dennoch von geheimnisvoller Gespanntheit und Aussagekraft. Der alte Eichenbalken - geformt, benutzt, ausgenutzt, missbraucht, aufgebraucht, weggeworfen - ist für mich Symbol gelebten Lebens.

 Meine Themen finde ich oft in der ägyptischen, griechischen oder germanischen Mythologie (Sphinx, Daphne, Minotaurus, Nornen, Orakel usw.). Die Zeitlosigkeit der dort behandelten Probleme fasziniert mich (Lebenskampf, Machtgier, Liebe, Rache, der Mensch auf der Suche nach Wahrheit und Werten, die Frage nach dem Lebenssinn usw.).

 Mein „Odysseus", meine „Medea" sind aus dem Heute heraus zu interpretieren.

Die menschliche Problematik, die sich mit diesen Namen verbindet, hat seit Homer nichts an Aktualität verloren, auch wenn sie im Kontext gegenwärtiger Lebensbezüge auf andere Weise in Erscheinung tritt und Ausdruck gewinnt.

 Ich wünsche mir, dass der Betrachter - sollte er sich denn mit ähnlichen Gedanken auseinandersetzen – in einen Dialog mit meinen Arbeiten eintreten kann und vielleicht Anstöße für die eine oder andere Antwort auf seine Fragen findet.

 

 

 

 

 

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