Zanzibar

Beschreibung: Koordinaten ♁6° S, 39° O Meerblick auf die Gewürzinsel Sansibar. In der Mitte des Bildes: Der Lauf der Sonne am Äquator auf dem afrikanischen Kontinent. Feuerrot stürzt sie in den Horizont, wo sich normalerweise am Mittelmeer das berühmte "Grüne Leuchten" zeigt. Insgesamt 7 Tage, bei Sonnenschein und Regen, hing die kleine, schwarze Blackbox gut versteckt in einem Baum. Die extremen Gezeiten des Meeres an diesem Strandabschnitt bilden sich bei dieser Technik nicht ab. Wie eine Fata Morgana erscheinen Palmen. Vielleicht sorgt die tropische Schwüle für den gelblichen Farbton, der in unseren Breiten so nicht zu sehen ist. Das Format ist eine Mindestgröße. Original Edition, 1/5 signiert ohne Rahmung
Material und Arbeitstechnik: Fine Art Print William Turner
Entstehungsjahr: 2016
Abmessungen: 90 x 60 cm
Preis auf Anfrage

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Lob der Unschärfe

Heute genügen ein paar schnelle Klicks am Computer, um ein Bild in eine andere Stimmung zu versetzen. Postmoderne Beliebigkeiten. Für Malerei und Fotografie ist es schwieriger geworden authentisch zu bleiben! Ich verändere im Digitalen nur sehr wenig und was bleibt ist das Geheimnis des  Bildes.

Ist das unscharfe Sehen ein Manko? Am Anfang des 19. Jahrhunderts beschreibt Adam Müller in seinem Traktat "Etwas über die Landschaftmalerei" seinen romantischen Standpunkt dazu und entwirft eine Geschichte der Unschärfe. Ihn beschäftigte die Frage: Warum gewisse Landschaften wohltuend auf den Betrachter wirken - warum ihm alles harmonisch verbunden erscheint? Seine Antwort: Dem Betrachter ist bei jedem unscharfen Bild jeweils ein Blick in die Ferne möglich, in Himmel und Erde. Alle Elemente sind einträchtig verschmolzen. Präsentieren sich die Dinge aus der Nähe oft im schroffen Gegensatz klar und deutlich, werden in der Unschärfe die Umrisse der irdischen Dinge weicher. Die Farben sanfter: Luft und Erde scheinen zusammenzufließen und die Grenzen lösen sich im Bild auf. Die Ferne bildet den Ursprung und das Ende gleichzeitig ab. Vergangenheit und Zukunft vereint in einem Bild. So wird daraus ein Mysterium.

Anfänge

Ganz am Anfang meiner Überlegungen suchte ich eine Form der Abbildung, die eine neo-romantische Sehweise etablieren könnte. So entschied ich mich für die alte Technik der Camera Obscura, denn sie ist die natürlichste Form von Abbildung und immer noch nahe an der Malerei dran. Man sieht, wie sich die Natur selbst sieht und ihre sympathische Gleichgültigkeit gegenüber den menschlichen Sehgewohnheiten. Die Sonne arbeitet still und leise vor sich hin und es entsteht bei jedem Bild ein Mysterium, das sich nur schwer beschreiben lässt. Schleier über den Bilder; Versinnken in Unschärfe, Es ist als wolle die Natur etwas zeigen und gleichzeitig vor uns verbergen. Ein winziger Augenblick im undendlichen Strom der Zeiten. One frame of eternity!

Fast alle Bilder entstammte zunächst dem Projekt "7th DAy" von Prezmek Zajfert in Stuttgart.

Im Fluss der Zeit

Im Gegensatz zur klassischen Fotografie enthalten diese Bilder für mich ein Element von Ewigkeit. Es gibt kein punctum, wie es Roland Barthes in seinem Essay: „Über die Fotografie“ bemerkte. Die herkömmliche Fotografie hält den Zeitfluss sichtbar an und verharrt im Augenblick. Jeder eingefrorene Moment ist dann bereits Vergangenheit und der Betrachter sieht immer in die Zeit zurück. In den Aufnahmen der Camera obscura ist jedoch der Fluss der Zeit spürbar. Und man erhält eine Ahnung davon, was Ewigkeit bedeuten kann.könnte.

Die Zeit hinter den Bildern bleibt im Fluss. Unsichtbar - aber spürbar!