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Sonnenzeit

Beschreibung: Die Sonne projiziert auf drei Stelen aus Glas ein der Camera Obscura in freier Natur. Das Glas wird zur Leinwand und das Sonnenlicht zum Projektor. Je nach Jahres- und Tageszeit erscheint das Bild in unterschiedlichen Stimmungen. Von einem Punkt aus betrachtet, ergeben die drei Glasflügel das Panorama der Stelle, an dem sie installiert sind. So erhält der Betrachter zwei Perspektiven auf die reale Landschaft: Die natürliche Blickachse über eine Lichtung und ihr Pendant als Camera Obscura Abbild. Die Stelen werden unregelmässig in der Natur aufgestellt und das Panorama entsteht dadurch, dass die Bilder im Glas anamorph eingearbeitet werden. Verfahren: Für die Glasflächen wird als Vorlage das Foto der Camera Obscura Motiv verwendet. Das Motiv wird in drei »Flügel« zerlegt. Diese Vorlage wird anamorphotisch verzerrt und ist nur von einem Punkt aus vollständig sichtbar. Je nach Anwendungsart (beständig oder temporär) werden verschiedene Glasarten benutzt.
Material und Arbeitstechnik: Glas, Camera Obscura, Keramisches Schmelzverfahren
Entstehungsjahr: 2019
Abmessungen: 150 x 15 x 300 cm
Preis auf Anfrage

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Lob der Unschärfe

Heute genügen ein paar schnelle Klicks am Computer, um ein Bild in eine andere Stimmung zu versetzen. Postmoderne Beliebigkeiten. Für Malerei und Fotografie ist es schwieriger geworden authentisch zu bleiben! Ich verändere im Digitalen nur sehr wenig und was bleibt ist das Geheimnis des Bildes.

Ist das unscharfe Sehen ein Manko? Am Anfang des 19. Jahrhunderts beschreibt Adam Müller in seinem Traktat "Etwas über die Landschaftmalerei" seinen romantischen Standpunkt dazu und entwirft eine Geschichte der Unschärfe. Ihn beschäftigte die Frage: Warum gewisse Landschaften wohltuend auf den Betrachter wirken - warum ihm alles harmonisch verbunden erscheint? Seine Antwort: Dem Betrachter ist bei jedem unscharfen Bild jeweils ein Blick in die Ferne möglich, in Himmel und Erde. Alle Elemente sind einträchtig verschmolzen. Präsentieren sich die Dinge aus der Nähe oft im schroffen Gegensatz klar und deutlich, werden in der Unschärfe die Umrisse der irdischen Dinge weicher. Die Farben sanfter: Luft und Erde scheinen zusammenzufließen und die Grenzen lösen sich im Bild auf. Die Ferne bildet den Ursprung und das Ende gleichzeitig ab. Vergangenheit und Zukunft vereint in einem Bild. So wird daraus ein Mysterium.

Anfänge

Ganz am Anfang meiner Überlegungen suchte ich eine Form der Abbildung, die eine neo-romantische Sehweise etablieren sollte. So entschied ich mich für die alte Technik der Camera Obscura, denn sie ist die "natürlichste" Form von Abbildung und immer noch nahe an der Malerei dran. Man sieht, wie sich die Natur selbst abbildet, ohne jegliche Bildbearbeitung und ihre sympathische Gleichgültigkeit gegenüber den menschlichen Sehgewohnheiten. Alles Künstliche verschwindet. Die Sonne arbeitet still und leise vor sich hin und es entsteht bei jedem Bild ein Mysterium, das sich nur schwer beschreiben lässt. Schleier über den Bildern; Versinken in Unschärfe. Es ist als wolle die Natur etwas zeigen und gleichzeitig vor uns verbergen. Ein winziger Augenblick im unendlichen Strom der Zeiten. One frame of eternity!

Fast alle Bilder entstammten zunächst dem Projekt "7th DAy" von Prezmek Zajfert in Stuttgart.

 

Im Fluss der Zeit

Im Gegensatz zur klassischen Fotografie enthalten diese Bilder für mich ein Element von Ewigkeit. Es gibt kein punctum, wie es Roland Barthes in seinem Essay: „Über die Fotografie“ bemerkte. Die herkömmliche Fotografie hält den Zeitfluss sichtbar an und verharrt im Augenblick. Jeder eingefrorene Moment ist dann bereits Vergangenheit und der Betrachter sieht immer in die Zeit zurück. In den Aufnahmen der Camera obscura ist jedoch der Fluss der Zeit spürbar. vergangenheit und Gegenwart gehen ineinaner über. Und man erhält eine Ahnung davon, was Ewigkeit bedeuten könnte.

 

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