Akustischer Stolperstein Klara Leucht

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Akustischer Stolperstein Klara Leucht

Beschreibung Gewicht 9 Kg Konzept akustischer Stolperstein Stuttgart In vielen Städten gibt es Stolpersteine, die von dem Künstler Demandt verlegt werden. Eine Erfolgsgeschichte mit nationaler und internationaler Resonanz. Seit 2010 existiert nun auch ein akustischer Stolperstein des Wiesbadener Künstlers, Jürgen Czwienk, der vom 29.06.2018 bis 20.07.2018 vor dem Hegelhaus in Stuttgart installiert wird. Technik Eine wetterfeste Soundstation macht Erinnerung hörbar. Mithilfe einer Handkurbel produzieren die Passanten den Strom selbst und können dann von insgesamt vier Tonbeispielen die Information selber abrufen Der interessierte Hörer muss also selbst Hand anlegen und wird aufgefordert aktiv den Prozess des Erinnerns in Gang zu setzten: Greifen, um zu begreifen. Diese Technik garantiert einen reibungslosen Betrieb in den Außenbereichen von Stadt und Land. Eine Platte aus Aluminium auf der Oberseite der Box fungiert als Bedienungsanleitung und gibt erste Informationen über das behandelte Thema. Inhalt Klara Leucht wurde im September 1924 geboren, sie war körperlich und geistig behindert. Im Alter von 17 Jahren wurde sie aufgrund ihrer Behinderung eingeschläfert. Die vertonten Briefe der Eltern und die amtliche Stellungnahme des Arztes geben einen Einblick in die Unmenschlichkeit dieser Taten. Hinter der amtsärztlichen Anweisung „Behandlung empfohlen“ verbarg sich die Aufforderung zum Töten. Video: https://www.facebook.com/Jczwienk/
Material und Arbeitstechnik Aluminium
Erscheinungsjahr
Abmessungen 25.4 cm x 30.5 cm x 48 cm
7.000,00 EUR
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Lob der Unschärfe

Heute genügen ein paar schnelle Klicks am Computer, um ein Bild in eine andere Stimmung zu versetzen. Postmoderne Beliebigkeiten. Für Malerei und Fotografie ist es schwieriger geworden authentisch zu bleiben! Ich verändere im Digitalen nur sehr wenig und was bleibt ist das Geheimnis des Bildes.

Ist das unscharfe Sehen ein Manko? Am Anfang des 19. Jahrhunderts beschreibt Adam Müller in seinem Traktat "Etwas über die Landschaftmalerei" seinen romantischen Standpunkt dazu und entwirft eine Geschichte der Unschärfe. Ihn beschäftigte die Frage: Warum gewisse Landschaften wohltuend auf den Betrachter wirken - warum ihm alles harmonisch verbunden erscheint? Seine Antwort: Dem Betrachter ist bei jedem unscharfen Bild jeweils ein Blick in die Ferne möglich, in Himmel und Erde. Alle Elemente sind einträchtig verschmolzen. Präsentieren sich die Dinge aus der Nähe oft im schroffen Gegensatz klar und deutlich, werden in der Unschärfe die Umrisse der irdischen Dinge weicher. Die Farben sanfter: Luft und Erde scheinen zusammenzufließen und die Grenzen lösen sich im Bild auf. Die Ferne bildet den Ursprung und das Ende gleichzeitig ab. Vergangenheit und Zukunft vereint in einem Bild. So wird daraus ein Mysterium.

Anfänge

Ganz am Anfang meiner Überlegungen suchte ich eine Form der Abbildung, die eine neo-romantische Sehweise etablieren sollte. So entschied ich mich für die alte Technik der Camera Obscura, denn sie ist die "natürlichste" Form von Abbildung und immer noch nahe an der Malerei dran. Man sieht, wie sich die Natur selbst abbildet, ohne jegliche Bildbearbeitung und ihre sympathische Gleichgültigkeit gegenüber den menschlichen Sehgewohnheiten. Alles Künstliche verschwindet. Die Sonne arbeitet still und leise vor sich hin und es entsteht bei jedem Bild ein Mysterium, das sich nur schwer beschreiben lässt. Schleier über den Bildern; Versinken in Unschärfe. Es ist als wolle die Natur etwas zeigen und gleichzeitig vor uns verbergen. Ein winziger Augenblick im unendlichen Strom der Zeiten. One frame of eternity!

Fast alle Bilder entstammten zunächst dem Projekt "7th DAy" von Prezmek Zajfert in Stuttgart.

 

Workshop Camera Obscura – After Turner

Kooperation: Zweckverand Oberes Mittelrheintal, The 7th day, Wilhelm Hofmann Gymnasium

Kunst aus Licht und Natur! Eine einfache Plastikdose mit lichtempfindlichen Material genügt schon. Mithilfe dieser einfachen Camera Obscura produzieren die Schüler am historischen Malstandort 12 der William Turner Route ihr ganz eigenen Blickwinkel auf ihre Landschaft ab.  So entstanden in knapp 14 Tagen Belichtungszeit fotografische Zauberwerke nach der Urform der Fotografie. Auch der englischen Landschaftsmaler J.M.W. Turner hatte auf seiner Rheinreise 1817 in Skizzen und Aquarellen diese Ansicht ins Rheintal festgehalten. Das Projekt wurde mit dem renommierten Deutschen Jugendfotopreis 2020 prämiert.

Der freischaffende Künstler Jürgen Czwienk veranstaltete 2019 Workshops, in denen Schüler des Wilhelm-Hauf-Gymnasium Bilder mit einer Camera Obscura herstellen sollten. Historie und Funktionsweise dieser „romantischen“ Aufnahmetechnik wurden in insgesamt 8 Unterrichtsstunden und einer Exkursion anschaulich vermittelt. An ausgesuchten Malstandorten des englischen Malers W. M. Turner spüren die Schüler dem weltberühmten Rheinzyklus dieses Wegbereiters der Rheinromantik nach. Die archaische Technik der Camera Obscura bringen abstrakte Ansichten von Natur hervor, die zwischen Malerei und Fotografie changieren.

 

 

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