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Carolin Enax

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2016

Zentrales Element meiner aktuellen Arbeiten ist die Mehrteiligkeit und die damit verbundene Komposition skulpturaler Elemente. Während in der Reihe Stacked I-III die einzelnen Bestandteile direkt aufeinander lasten und sich lückenlos ineinanderfügen, wird bei Cathedral durch die einander berührenden Einzelskulpturen eine Art Innenraum gebildet, in dem Licht und Schatten mit den Flächen und Kanten des Materials zu spielen beginnen und das Auge immer neu herausfordern.

Alle Arbeiten weisen hierbei auch in sich eine Prozesshaftigkeit auf; die Formsprache erfährt zum Teil während des Arbeitsprozesses von Element zu Element eine Veränderung. Ermöglicht wird dieser Einfluss der verstreichenden Zeit auf die formale Umsetzung durch ein Prinzip, dass all meinen künstlerischen Arbeiten zu Grunde liegt – das spontane, intuitive Arbeiten ohne vorbereitende Skizzen und Planungen. Jedes skulpturale Element bedingt notwendig das nächste, ein Teil folgt auf das andere, die bildhauerische Arbeit konzentriert sich in einem ständigen Schauen und Reagieren. Das Modellieren wird zu einem freien Spiel mit Formen und Linien, das allein den Regeln der ästhetischen Wahrnehmung folgt.

In den späteren Arbeiten stoßen die Formen zunehmend an die Grenzen eines imaginären sie umgebenden Raumes bzw. beginnen, durch strenge Außenflächen selbst einen Raum um sie her zu begrenzen. Conquest of Space / Shelter geht von einer zentralen Skulptur aus, die an einigen Stellen die Begrenzung durch die schwarze Bodenplatte in ihren Formen aufnimmt. Wie im Bestreben, den Raum um sie her zu füllen, werden drei weitere Formen ergänzt, durch die eine spannungsreiche Dichte und ein Formspiel auf engstem Raum entsteht. Dieser Anspruch erweitert sich im Cubical Playground zu einem großen experimentellen Prozess, an dessen Ende ein zugleich massiver wie fragiler Kubus aus elf Einzelelementen steht. Auch bei Sensing Borders spielen räumliche Grenzen eine Rolle; hier werden sie durch angrenzende Formen überwunden.

 

2014

Abstract

Im Mittelpunkt meiner plastischen Arbeit steht nach wie vor die Auseinandersetzung mit der menschlichen Figur. Während sich die drei Stehenden noch ebenso wie die Karyatide auf die bloße Formreduzierung eines einzelnen Körpers im Kontrapost beschränkt, steigert die Figurengruppe Telling Stories die Problematik auf die Beziehung mehrerer Figuren untereinander, wodurch der kompositorische Aspekt der Massen- und Flächenverteilung mehr in den Mittelpunkt rückt und verstärkt die Aufmerksamkeit auf die Negativräume gelenkt wird, die zwischen den Skulpturen entstehen. Die Wechselwirkung von Masse und Freiraum transformiert die ursprünglich deutlich vom menschlichen Körper inspirierte Gruppe in ein abstraktes Ganzes, bei dem der Betrachter zunächst nur ein komplexes Zusammenspiel von Licht- und Schattenflächen wahrnimmt. Die räumlichen Ausdehnungen der drei Plastiken bedingen sich gegenseitig, scheinen sich zu verdrängen oder zu stützen und berühren sich doch nie. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld von Balance und Ungleichgewicht, das ständig geprüft werden will und den Betrachter so endlos um die Skulpturengruppe herumlenkt.

Die beiden Säulen stehen im Kontext dieser Ausstellung für sich, da sie den größten Grad der Abstraktion vom menschlichen Körper aufweisen. Die Formen, die sich hier
in die Höhe winden, erinnern nur noch entfernt an ihren tatsächlichen Ursprung. Im Grunde sind die einzelnen Elemente der Säulen den im letzten Jahr entstandenen experimentellen Arbeiten zum weiblichen Torso entnommen und bilden hier in einem neuen Kontext eine vollkommen abstrakte Arbeit, die tatsächlich nur noch mit den gefundenen Formen spielt und sie nach rein ästhetischen Maßstäben zu einem neuen Ganzen zusammensetzt.